Kirchengemeinde St. Jakobus Winsen (Luhe)

St. Jakobus 2020

Ein Blick in die Zukunft

 

Einleitung

Eine Kirchengemeinde ändert sich. Es gibt sichtbare Veränderungen und andere, die sich mehr im Verborgenen abspielen. Es gibt Entwicklungen, auf die wir Einfluss nehmen können und andere, die sich ohne unser Zutun ereignen.

Für uns als Kirchenvorstand stellt sich die Frage: Was für Veränderungen wünschen wir uns? Welche Veränderungen wollen wir unterstützen? Wie soll die Kirchengemeinde in der Zukunft aussehen – unserer Meinung nach?

Dazu haben wir uns vorgestellt: So sieht es in St. Jakobus am 11.Oktober 2020 aus, wenn sich alles so entwickelt hat, wie wir es uns wünschen. Das Ergebnis sehen Sie in diesem „Zukunftsbild“.

Wir bitten Sie, das Zukunftsbild zu lesen. Vielleicht sagen Sie bei dem einen oder anderen Punkt: Das habe ich mir auch schon immer gewünscht – dann wollen wir gemeinsam versuchen, es umzusetzen. Vielleicht sagen Sie auch: Das stelle ich mir ganz anders vor! Dann lassen Sie uns sehen, wie wir ins Gespräch kommen und gemeinsam Pläne entwickeln.

Wir im Kirchenvorstand werden uns überlegen: Was wollen wir als Erstes umsetzen – weil es besonders wichtig ist oder weil sich gerade Menschen finden, die mitmachen wollen.

Lassen Sie uns Ihre Meinung wissen!

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Es ist der 11. Oktober 2020.

Vor dem Gemeindehaus

Ich biege vom Borsteler Weg ab in Richtung St. Jakobus und mein Blick fällt auf den Infokasten, in dem für alle gut sichtbar zur nächsten Veranstaltung eingeladen wird. Unser Logo, das außen am Gemeindehaus hängt, begleitet uns schon seit Jahrzehnten: Der achteckige Tisch und Brot und Wein als Zeichen der Gemeinschaft. Vor dem Gemeindehaus grüßt der renovierte Glockenturm (mit Dach), an dem immer wieder lange Fahnen/Banner hängen und auf Feste und Ereignisse aufmerksam machen.

Eingangsbereich und Foyer

Der Eingangsbereich wirkt nach der Neugestaltung von Wänden und Fußboden gemütlich und lädt dazu ein, miteinander ins Gespräch zu kommen. Hier finden sich Informationen über die in unserer Gemeinde hauptamtlich Tätigen und deren Zuständigkeiten. Auch der KV und alle weiteren in der Gemeinde Aktiven weisen auf Aktionen und Aktivitäten hin: Die Familiengruppe lädt zum Laterne-Basteln ein, nächste Woche bietet unser Pastor eine theologische Fortbildung an und bald startet ein neuer Glaubenskurs für junge Erwachsene. Es gibt auch schon verschiedene Angebote für die letzten Monate des Jahres: Ein „Stilles Wochenende“ im November, Morgenandachten in der Adventszeit (wir haben diese aus der Fastenzeit vor Ostern übernommen) und natürlich unser Gemeindeadvent am 1. Advent mit gemeinsamen Büffet nach dem Gottesdienst.

Hier im Eingangsbereich gibt es einen Wasserspender, eine Sitzecke, Stehtische – einen Bereich, in dem sich die Menschen auch vor und nach Gottesdiensten treffen, z.B. zum Kirchenkaffee. Besonders bei größeren Veranstaltungen werden Foyer und Eingangsbereich gern zusammen genutzt, zumal sie  barrierefrei gestaltet und damit auch für Senioren und Kinderwagen erreichbar sind.

Kinderraum

Wir haben Ideen gesammelt und Kinder und Eltern gefragt und Bereiche für Kinder gestaltet: Wenn nicht gerade die Krabbelgruppe im Kinderraum ist, steht er immer den Kindern zum Spielen offen. Für Eltern, die sich um kleine Kinder kümmern müssen, gibt es eine Übertragung aus dem Gottesdienst.

Außengelände

Im Sommer freuen sich Eltern und Kinder über die Spielangebote im Garten. Und auf der Terrasse hinter dem Gemeindehaus stehen im Sommer - unter den nun schon groß gewordenen neu gepflanzten  Bäumen - Tische und Bänke, die gern auch spontan genutzt werden.

Andachtsraum

Ein Andachtsraum ist als Raum der Stille eingerichtet. Er steht immer offen für Einzelpersonen oder kleine Gruppen zum Singen, Beten oder einfach, um still zu sein.

Gottesdienstraum

Der Gottesdienstraum wird nach wie vor durch den achteckigen Tisch geprägt, an dem auch das Abendmahl eingenommen wird. Doch es hat sich auch einiges geändert in den letzten Jahren: Altar und Lesepult schmücken neue Paramente, eine neue Mikrofonanlage sorgt für die reibungslose Übertragung von Wort und Gesang und die Reservestühle wurden erneuert und an die Hauptbestuhlung angepasst. An der Wand des Kirchsaals hängen im Wechsel neben Bildern von Fotoausstellungen auch solche, die von den Kindergartenkindern gestaltet wurden und die sie mit ihren Erzieherinnen dort während eines Gottesdienstes angebracht haben.

Dank eines Sanierungsplanes und mit Unterstützung des Kirchenkreises ist es uns gelungen, den Kirchsaal (Wände und Dach) und das gesamte Gemeindehaus (Heizung) schrittweise auf den Weg der Sanierung und Modernisierung zu bringen.

Gottesdienste

Ich bin auf dem Weg zum Gottesdienst. Wir haben eine gute Mischung von „besonderen“ und „normalen“ Gottesdiensten gefunden. Heute erwartet uns zum Beispiel ein Abendgottesdienst mit  Taizé-Liedern und Gesang in unterschiedlicher Form. Statt einer Predigt gibt es eine kurze Andacht, anschließend schweigen wir gemeinsam. Die Abendgottesdienste werden gut angenommen; sie bieten Möglichkeiten, sich zu beteiligen. Sie finden in verschiedenen Formen statt, etwa als Jazz- oder Agapegottesdienste.  Hier werden auch neue Mitarbeitende eingesegnet oder aus ihrem Dienst entlassen. Aber auch am Sonntagmorgen finden besondere Gottesdienste statt, etwa bei der Luhetaufe oder zu Konfirmationsjubiläen. Zu manchen Gottesdiensten gibt es eine Kinderbetreuung und mehrmals im Jahr treffen wir uns nach dem Gottesdienst zum gemeinsamen Essen, bei dem jeder etwas zum Buffet mitgebracht hat – zusätzlich zu der wunderbaren Suppe des Kochteams.

Regelmäßig finden abendliche Jugendgottesdienste statt. Das Jugoteam hat den Raum mit  Lichteffekten stimmungsvoll ausgeleuchtet. Die Band bringt die Jugendlichen zum Mitsingen und beim Anspiel ist es so still, dass man eine Stechnadel fallen hören könnte. Die Message hält ein älterer Mitarbeiter. Auch hier fühlen sich die Jugendlichen mit ihren Fragen, Freuden und Ängsten angesprochen und hören gebannt zu. Nach den Jugendgottesdiensten wird in Haus und Garten weiter gefeiert.

Im September haben wir bei wunderbarem Wetter in Haus und Garten unser jährliches Gemeindefest gefeiert. Viele haben bei der Vorbereitung geholfen und viele sind gekommen.

Zusammenarbeit

Die Tatsache, dass wir statt einer „typischen“ Kirche einen weniger sakralen Gottesdienstraum haben, empfinden wir als Vorteil. Wir können den Raum vielseitig nutzen und so verschiedenste Gruppen zu uns in die Gemeinde einladen, z.B. die Vietnamesische Gemeinde oder die Konfirmanden der Förderschule „An Boerns Soll“. Wir veranstalten Konzerte und Theateraufführungen (und bieten auch eine Übertragung der wichtigsten Spiele der Fußballwelt- und -europameisterschaften) und öffnen damit unser Haus auch für Menschen, die sonst nicht den Weg nach St. Jakobus finden.

Wir freuen uns über die gute und freundschaftliche Zusammenarbeit mit unserer Nachbargemeinde St. Marien, z.B. bei den Weltgebetstagen und anderen Gottesdiensten, in der Arbeit mit Kindern und bei Angeboten für junge Familien. Auch mit unserer katholischen Nachbargemeinde „Guter Hirt“ verbinden uns einige Projekte wie die Sternsinger-Aktion oder regelmäßige gegenseitige Chorbesuche in den Gottesdiensten.

Unterwegs

Pilgerwege haben uns angeregt: Mindestens einmal im Jahr sind wir in der Natur unterwegs. Unterwegs lernen wir uns besser kennen, wir haben Zeit zu reden und zusammen zu schweigen. Wir beten füreinander, sprechen uns Gottes Segen zu. In der Natur können wir innerlich aufatmen und zur Ruhe kommen.

Musik

Neben dem „klassischen“ Chor haben wir seit einiger Zeit eine Singgruppe, die einfach Spaß am Singen hat und viele moderne Lieder singt. Und es hat sich ein Projektchor aus St. Jakobus und St. Marien für ein Musical gebildet – die Erwachsenen sorgen für die Musik, Kinder für Text und Theater.

Kinder und Jugend

Regelmäßig finden in den Osterferien Kinderbibeltage mit einem Abschlussgottesdienst statt, für  die Weihnachtsgottesdienste wird ein Krippenspiel eingeübt, Einschulungsgottesdienste werden für die zukünftigen Schulkinder angeboten. Bei all diesen Aktivitäten arbeiten Jugendliche  aus der Gemeinde  mit. Und unser Kindergarten „Unter dem Regenbogen“ ist fester Bestandteil des Gemeindelebens; der Pastor  besucht z.B. regelmäßig die Gruppen des Kindergartens. 

Die Jugendarbeit in St. Jakobus ist geprägt von der Vision und den Werten, die Mitarbeiter 2014 entwickelt und dokumentiert haben: Neben dem Jugendgottesdienst (mit Jugendband) werden Freizeiten für Konfirmanden, Konfirmierte, Mitarbeiter und angehende Mitarbeiter angeboten. Im ersten Stock befinden sich ansprechend gestaltete  Jugendräume, die allgemein als Treffpunkt dienen, aber auch für  Andachten, Visionstreffen der Jugendarbeit, Begleitung von Jugendmitarbeitern und die Arbeit mit Konfirmanden genutzt werden. Dort trifft sich auch die Gruppe der jungen Erwachsenen. Die Angebote für Jugendliche und junge Erwachsene sind ein Arbeitsschwerpunkt unserer neuen Diakonin.

Senioren

Die Seniorenarbeit hat sich weiter entwickelt. Es haben sich drei Hauptfelder herausgebildet: Bei "Kompetenzen einsetzen" sammeln sich Menschen, die sich praktische Arbeiten vorgenommen haben, in "Schönes erleben" werden Ausflüge und gemütliche Kaffeetrinken organisiert; bei "Horizonte erweitern" diskutieren wir christliche, aber auch gesellschaftlich relevante Themen.

Diakonie

Wir verstehen diakonische Arbeit als wichtige Aufgabe unserer Gemeinde. Neben der finanziellen Unterstützung von Hilfsbedürftigen oder sozialen Trägern beinhaltet die diakonische Arbeit verschiede Gesprächsangebote:  Seelsorgerliche Gespräche, Besuche durch den Pastor oder den Besuchsdienst und die „Soziale Sprechstunde“.

Mitarbeitende

Die vielen Angebote in St. Jakobus sind nur möglich, weil viele Ehrenamtliche davon überzeugt sind, dass Glaube der Gemeinschaft bedarf und dass Gott unsere Gemeinschaft segnet. Und das feiern wir einmal im Jahr gemeinsam mit einem schönen Mitarbeiterfest. Das Mitarbeiterfest führt uns allen vor Augen, wer alles in unsere Gemeinde mitarbeitet, bietet Gelegenheit zu Rück- und Ausblick und viel Zeit für Gespräche.

Grüner Hahn

Das Projekt „Grüner Hahn“ ist 2014 mit einem Umweltteam gestartet. Inzwischen kann man es an vielen Stellen auf dem Grundstück und im Haus sehen und spüren: Der gute Umgang mit Gottes Schöpfung ist der Gemeinde wichtig – vom sparsamen Umgang mit Ressourcen bis zum Einkauf von fair hergestellten Produkten.

Wir über uns

Wir wollen Menschen in unsere Gemeinde einladen und nutzen dazu verschiede Wege und Medien. Die wichtigsten Kommunikationsmittel sind unser attraktiv gestalteter Gemeindebrief und unser Internetauftritt, der die wichtigsten Informationen über unsere Gemeinde bietet und eine Übersicht über alle aktuellen Termine und Veranstaltungen. Durch unsere guten Kontakte zu den Regionalzeitungen, mit Schaukästen und Banner, Plakaten und Flyern machen wir auch Menschen außerhalb unserer Gemeinde aufmerksam auf unsere Angebote und sind in Winsen als geistliches und kulturelles Zentrum sichtbar.

Wir haben in den letzten Jahren einige Zeit darin investiert, die Strukturen, Ziele, Verantwortlichkeiten und Aufgaben in unsere Gemeinde zu dokumentieren. Durch die klare Definition von Aufgaben und Verantwortlichkeiten können die Mitarbeitenden in den Gruppen und Ausschüssen Verantwortung übernehmen und selbstständig arbeiten. Das Zukunftsbild, das wir 2015 entworfen und veröffentlicht haben, hat uns geholfen, diejenigen Themen im Auge zu behalten, die uns wichtig sind und die richtigen Schwerpunkte zu setzen. Und auch für die Suche nach Nachfolgern für unseren Diakon (2019) und Pastor (2021) ist das Zukunftsbild eine gute Orientierungshilfe.